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Hatespeech im Parlament – Hasskommentare auf den Facebook-Seiten deutscher Parteien

Bastian Rosenzweig studierte Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. In seiner Bachelorarbeit hat er sich mit Hate Speech auf den Facebook-Seiten deutscher Bundesparteien auseinandergesetzt.

Rosenzweig analysierte dazu die zwischen 2016 und 2018 auf den Facebook-Seiten von CDU, CSU, SPD, LINKE, Grünen, FDP und AfD veröffentlichten Kommentare.

Die zentrale Ergebnisse seiner Bachelorarbeit präsentiert er beim Hamburger Wahlbeobachter.

Die ganze Bachelorarbeit gibt es bei das Nettz zum Download.

 

Oversight Board hat die Arbeit aufgenommen

Um richtig mit Hassrede und Fake News auf seiner Plattform umzugehen,
hat Facebook ein unabhängiges Ethik-Komitee eingerichtet. Das sogenannte
Oversight Board“ seine ersten Fälle vor und bittet um Inputs aus der
Bevölkerung.

Fünf Fälle davon hat das Board nun ausgewählt, der sechste Fall wurde
von Facebook selbst an die Institution verwiesen.
die Hälfte davon steht in Zusammenhang mit Hate Speech.

https://oversightboard.com/news/719406882003532-announcing-the-oversight-board-s-first-cases-and-appointment-of-trustees/

Repräsentativen Bevölkerungsumfrage zu Hassrede

In welchem Ausmaß nehmen Menschen in Deutschland Hate Speech in Kommentaren im Internet wahr? Sollten Beleidigungen im Netz ihrer Meinung nach ähnlich oder anders bestraft werden als persönliche Beleidigungen?

Die Forschungsgruppe g/d/p hat im Auftrag von Prof. Dr. Elisa Marie Hoven von der Universität Leipzig eine repräsentative Befragung dazu durchgeführt.

Elisa Hoven leitet das durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz geförderte Forschungsprojekt „Der strafrechtliche Umgang mit Hate Speech im Internet“.

Darin soll das Phänomen Hate Speech aus kriminologischer, strafrechtlicher und strafprozessualer Perspektive beleuchtet werden. Im Rahmen des ersten Projektteils widmet sich Hoven dem besseren Verständnis von Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen von Hate Speech.

An der Befragung der Forschungsgruppe g/d/p nahmen mehr als 1.000 Menschen teil. 18 Prozent aller Befragten waren selbst schon einmal von Hassrede betroffen. Je jünger die Befragten sind, desto höher ist der Anteil der Betroffenen.

Den Kurzbericht zur Umfrage gibt auf der Webseite der Universität Leipzig.

Erfahrungen von Medienschaffende und Journalist*innen mit Hass und Angriffen

Welche Erfahrungen haben Medienschaffende und Journalist*innen mit Hass und Angriffen? Welche Folgen haben solche Angriffe für sie und ihr Arbeitsumfeld? Wie gehen Betroffene und Redaktionen mit den Angriffen um? Welche Strategien im Umgang mit Hass und Angriffen werden als hilfreich wahrgenommen? Welche Unterstützung fordern Medienschaffende selbst im Umgang mit Hass und Angriffen ?

Das sind die zentralen Fragen, zu denen das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) in Zusammenarbeit mit dem Mediendienst Integration Medienmacher*innen in Deutschland befragt hat.

Rund 60 Prozent der Befragten wurden im Jahr 2019 mindestens ein Mal angegriffen. 2017 waren es etwa 42 Prozent.

41 Prozent der Befragten berichten von mehrmaligen oder regelmäßigen Angriffen. Rund 16 Prozent haben im Laufe ihres Berufslebens schon einmal eine Morddrohung erhalten.

Der Wirkung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) stehen die Befragten dem eher kritisch gegenüber. 52,1 Prozent gibt an, das NetzDG trage „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ zu einem besseren Umgang mit Hate Speech im Netz bei.

Im Rahmen von individuellen Präventionsmaßnahmen wird am häufigsten die Nicht-Veröffentlichung bzw. Löschung von Informationen im Internet genannt. Außerdem schränken Medienschaffende ihre Social-Media-Kanälen ein oder schalten sie gänzlich ab. Einige Befragte lassen ihre Daten im Melderegister sperren oder publizieren unter Pseudonymen, andere ziehen um.

Neben besserem Polizeischutz bei Recherche und anderer journalistischer Arbeit regen die Befragten auch klarere gesetzliche Regelungen im Kontext von Hate Speech an, die eine Strafverfolgung erleichtern. Aber auch die Betreiber*innen von Social Media-Plattformen werden explizit aufgefordert, verstärkt und konsequent gegen Angriffe und Hate Speech vorzugehen.

Auf der redaktionell-institutionalisierten Ebene (88 Nennungen) lassen sich zwei Unterkategorien in den Antworten der Befragten identifizieren. Zum einen handelt es ich dabei um den „Umgang mit Angriffen und Hate Speech in Redaktionen“ (64 Nennungen) und die „Rolle der Medienschaffenden selbst“ (24 Nennungen).

Im Kontext „Umgang mit Angriffen und Hate Speech in Redaktionen“ bleiben viele Antworten eher auf einer allgemeineren Ebene: „Unterstützung durch die Redaktionsleitung“ oder „Solidarität unter Kolleg*innen“ gehören dazu. Andere Antworten enthalten konkretere Forderungen. Viele Betroffene fordern aber auch, dass Redaktionen Hate Speech ernster nehmen und konsequenter dagegen vorgehen sollten. Konkrete Forderungen gibt es auch nach redaktionseigenen Social-Media-Team mit konkreten Handlungsleitfäden.

Auf der individuell-psychologischen und juristischer Ebene verweisen die Antworten auf Schulungen/Beratung zum Umgang mit Angriffen und Hate Speech. Neben psychologischer Betreuung wünschen sich die Befragten auch Übungsangebote, in denen Konfliktsituation beispielhaft durchgespielt werden und Informationen zu Anlaufstellen bei Konflikten.

Die komplette Studie gibt es auf der Seite des Mediendienstes Integration.

Einen Leitfaden für Medienmachende gegen Hassrede gibt es bei den Neuen Deutschen Medienmacher*innen.

Publikation zum Wandel der Sprach- und Debattenkultur in sozialen Online-Medien

Jun.-Prof. Dr. Anna Sophie Kümpel und Prof. Dr. Diana Rieger haben im Rahmen einer Publikation der Konrad-Adenauer-Stiftung einen Literaturüberblick zu Ursachen und Wirkungen von inziviler Kommunikation veröffentlicht. Die Publikation widmet sich den negativen Aspekten eines Wandels der Sprach- und Debattenkultur in sozialen Online-Medien. Die Autorinnen diskutieren sowohl mögliche Ursachen der Wahrnehmung einer inzivilen Sprach- und Debattenkultur als auch Wirkungen auf die Nutzer*innen sozialer Online-Medien.

Die Publikation gibt es bei der Konrad-Adenauer-Stiftung.

forsa-Befragung zu: Hate Speech 2020

73 % der Internetnutzer*innen sind mit Hate Speech konfrontiert!

Die Landesanstalt für Medien NRW führt seit 2016 einmal jährlich Studien zum Thema Hate Speech bzw. Hasskommentare durch.

Die Befragung zeigt, ist die Wahrnehmungshäufigkeit von Hate Speech bzw. Hasskommentaren im Internet unverändert: So geben nach wie vor rund drei Viertel der befragten Internetnutzer*innen  (73 %) an, bereits Hate Speech bzw. Hasskommentare im Internet gesehen zu haben, z. B. auf Webseiten, in Blogs, in sozialen Netzwerken oder in Internetforen.

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