Hass im Netz

Was ist Hate Speech

Der Begriff „Hate speech“ („Hassrede“) wird nicht einheitlich gebraucht.
In der Regel bezeichnet Hate Speech die hetzerische negative Darstellung einer Gruppe mit expliziter oder impliziter Herabsetzung dieser Gruppe oder Teilmengen dieser Gruppe.
Dazu zählen insbesondere herabwürdigende pauschalisierende Kommentare gegen bestimmte Menschen oder Gruppen. Charakteristisch für Hate Speech sind also Äußerungen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit im Internet.

Hass im Netz ist dabei kein reines Netzphänomen, sondern greift zurück auf Macht- und Diskriminierungsstrukturen unserer Gesellschaft. Meinungen, die im realen Leben nur von einer Minderheit vertreten werden, finden im Internet aufgrund der (vermeintlichen) Anonymität und der technischen Möglichkeiten eine immense Verbreitung.

Wer ist Urheber von Hate Speech?

Hate Speech wird sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen verbreitet. Dabei nutzen die Urheber von Hate Speech das Internet, um ihre Meinung und Inhalte zu verbreiten, miteinander zu kommunizieren und Sympathisanten zu werben. Ihnen kommt dabei die grenzüberschreitende Struktur des Internets genau so zugute wie die direkte Antwort- und Diskussionsmöglichkeit mit dem Nutzer, die es so bei klassischen Massenmedien nicht gibt.

Wie viele Nutzer im Internet betrifft Hate Speech?

Die Wahrnehmung von Hass im Internet nimmt permanent zu. Seit dem Jahr 2016 erfasst die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) in Studien das Thema. Zuletzt wurden 2018 in dieser Studie 1.008 Internetnutzer im Alter ab 14 Jahren befragt, ob sie Hasskommentare im Internet wahrnahmen.

Die überwiegende Mehrheit (78 Prozent) gab an, schon einmal Hassrede oder Hasskommentare im Internet gesehen zu haben, zum Beispiel auf Webseiten, in Blogs, in sozialen Netzwerken oder in Internetforen. Im Jahr 2017 waren es 67 Prozent, im Jahr 2017 nur 65 Prozent.

Im Gegensatz dazu ist die Zahl Menschen, die angeben, selbst Hasskommentare zu verfassen, seit 2016 unverändert: Sie liegt bei etwa einem Prozent.

„Die Ergebnisse zeigen, dass wir viel Hetze, aber wenige Hetzer im Netz haben. Dies zeigt uns aber auch, dass es eine Chance gibt, den zunehmenden Hass im Internet in den Griff zu bekommen“, so Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW.